Thinkvision LT1421 FHD „Mod“

Über die Irrungen, die die Einrichtung eines Displaylink Monitors unter Linux mit sich bringen kann, habe ich bereits berichtet.

Auf Dauer war mir diese Lösung aber zu unzuverlässig. Regelmäßig zerschoss ein Update die Funktion genau dann, wenn ich das Display gerade hätte gebrauchen können.

Auf der Suche nach einer praktikableren Lösung fand ich einige interessante Blog-Beiträge, in denen aus alten Notebook Displays kleine Zweitbildschirme gebastelt wurden. Nötig war dazu nur eine Steuerplatine, die ein eingehendes HDMI-Signal über den Anschluss des Displays (in meinem Fall eDP) ausgibt. Leider arbeiten die meisten der genannten Platinen nur mit 12V Eingangsspannung. Ein portables System ist damit (hat man nicht eine ungewöhnlich leistungsstarke Powerbank zur Hand) jedoch nicht bereit gestellt.

Bei einer Handelsplattform in Fernost fand ich ein „Wisecoco 30 Pins HDMI Controller Board 5V“ für das Panel: N140HGE-EA1, also jenes, welches ich aus einer vorherigen Bestellung noch herumliegen hatte (ein TN-Panel, welches mir anstelle des gewünschten IPS Panels als „kompatibles Modell“ geliefert wurde … Angebote mit solchen Nachsätzen sollte man meiden). Dieses Board lässt sich also über den USB-Port meines Thinkpads bestromen und nimmt das Bildsignal via Mini-Hdmi entgegen. Da die Lösung quasi „plug-and-play“ funktioniert, konnte ich die Platine unmittelbar nach Erhalt verkabeln und testen:

Nach dem Anstecken wird sofort ein Bild ausgegeben.

Mein T440p hat übrigens gar keinen HDMI Port. Stattdessen verfügt er über Thunderbolt (Mini Displayport) und VGA. Über einen Thunderbolt-HDMI-Adapter, woran ein HDMI-MiniHDMI Kabel hängt, lässt sich die Platine jedoch ansprechen. Ein Thunderbolt-MiniHDMI Kabel habe ich bisher leider nirgends entdecken können.

Einige Zeit durchsuchte ich die üblichen Marktplattformen nach einem defekten Thinkvision LT1421. Dessen Gehäuse ist angenehm durchdacht und robust gefertigt. So lässt sich das Kunststoff-Cover z.B. auch als Unterlage für das Display nutzen, wobei der abklappbare Standfuß darauf einige Halterungen findet, um die gewünschte Neigung fest einzustellen.

Da ich kein solches (defektes) Gerät habe entdecken können, „opferte“ ich schweren Herzens mein funktionierendes Exemplar für diesen Umbau.

Es handelt sich bei diesem Projekt also weniger um einen Mod des LT1421 (dessen Hardware fliegt restlos raus), als um eine Verwendung der Gehäuseteile des Gerätes.

Dazu musste das Gehäuse erst einmal geöffnet werden:

Unter den Abdeckungen in den Ecken und an der Ober- und Unterkante finden sich die Schrauben.
Das Bezel lässt sich mit den typischen Handy-öffnungstools über die auszuhebelnden Haltenasen entfernen.
Das Display ist auf einem Metallrahmen verschraubt und kann, nachdem die Schrauben gelöst wurden, nach vorn abgeklappt werden.

Die Schrauben im mittleren Bereich des Rahmens halten diesen mit dem Kunststoff zusammen. Dort ist auch der Standfuß befestigt. Am Metallrahmen befindet sich außerdem ein kleiner Käfig. In diesem wurde die Elektronik untergebracht. Leider ist die neue Platine zu groß für den Käfig, so dass ich ihn ebenfalls entfernt habe.

In die Aussparung auf der Rückseite passt das neue Board dafür sehr gut. Es müssten lediglich neue Löcher für die Anschlüsse gebohrt werden.

Befestigt habe ich das Board mit Schrauben von außen. Innen wird die Platine mit Unterlegscheiben unterfüttert und die Schrauben von Muttern gehalten.

Nicht wirklich elegant, aber es hält.

Die kleine Steuerplatine, über welche man Feinjustierugen am Display hätte vornehmen können, fand leider keinen Platz mehr im Gehäuse.

Das Displaykabel habe ich abweichend vom vorherigen Aufbau an der Unterkante des Metallrahmens durchgeführt. So kommt es genau auf Höhe des eDP-Anschlusses heraus.

Das eDP Kabel wurde einfach mit einem Stück Iso-Band gesichert.

Erfreulicherweise passt das neue Display genau auf die Halterungen am Metallrahmen, sodass ich den Bildschirm nun einfach wieder montieren könnte. Anschließend noch ein kleiner Funktionstest:

Der Bildschirm ist montiert und liefert ein Bild.

Damit sind meine Strapazen um den Linux-Displaylink Treiber beendet. Nebenbei werkelt nun auch ein Full-HD Panel (wenn auch nur TN) im Bildschirm und portabel ist das ganze noch immer.

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