Android Sandbox „Island“

Unter Desktop-Betriebssystemen ist die Verwendung einer Sandbox inzwischen ein probates Mittel um neue Software verhältnismäßig gefahrlos zu testen, bevor man sie auf das System loslässt. Windows 10 hat eine solche Funktion mittlerweile sogar von Haus aus integriert.

Android startet seine Apps von sich aus in einer Art Sandbox und gewährleistet so, dass neue Apps nicht ohne Weiteres das System übernehmen. Das hält potentiellen Schadcode jedoch nicht davon ab, auf persönliche Daten, wie z.B. Bilddateien zuzugreifen.

Mit der App „Island“ des Greenify Entwicklers Oasis Feng ist genau das möglich.

Die App unterscheidet dabei das „Mainland“ (Festland), also die normale Android-Umgebung und die „Island“ (Insel), also die neue Sandbox. Dabei wird eine App-interne Version des Playstores angelegt, über welchen sich Apps für die Insel installieren lassen. So ist es auch möglich, Apps auf dem Gerät doppelt zu installieren (also zu klonen) und verschiedene Accounts für die jeweiligen Apps zu verwenden.

Übersicht der Apps außerhalb der Sandbox
Apps innerhalb der Sandbox

Innerhalb der Sandbox erlaubt es Island, den Betrieb der installierten Apps genau zu steuern. Selten benutzte Apps lassen sich z.B. einfach einfrieren und bei Bedarf wieder „auftauen“. So wird sichergestellt, dass die Apps zwischenzeitlich keine Hintergrunddaten produzieren oder gar Daten sammeln.

Aktiviert man den „God Mode“, erklärt also Island zum Geräte-Administrator, lassen sich diese Funktionen sogar auf die „Mainland“-Apps anwenden. Dazu müssen jedoch einige Befehle am PC über adb an das Gerät gesendet werden (Siehe Erklärung im Xda-Forum) . Die Einfrier-Option lässt sich dann auch von Greenify verwalten.

Greenify bietet eine direkten Zugriff auf die Einfrier-Funktion von Island.

Die Apps in der Sandbox erreicht man übrigens nicht nur über Island selbst, in der App-Übersicht erscheinen die Island-Apps in einem eigenen Ordner namens „Arbeit“.

Außerdem werden die Sandbox-Apps mit einem Koffer gekennzeichnet :

Mit Island lassen sich also allerlei interessante Sachen anstellen. WhatsApp den Zugriff auf die Kontakte verwehren, Apps unbekannter Herkunft testen, einfach Energie sparen indem man Apps einfriert und vieles mehr. Der Funktionsumfang lässt sich über ergänzende Apps sogar noch erweitern:

Zwar startete das Projekt bereits im Jahr 2016, den Beta-Status hat es bislang jedoch noch nicht abgelegt. Im Rahmen meines kleinen Versuchs sind mir keine Fehler untergekommen. Ob man die App nun bereits nutzen möchte oder auf die Beendigung der Beta-Phase wartet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

(© Island-Logo by oasisfeng, Android-Logo by Google LLC)

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